Mann hält ein dunkelrotes Fahrrad

Die Geschichte des Fahrrads Eine rund 22 Kilogramm schwere Erfolgsgeschichte

Klirrende Klingeln, übervolle Fahrradständer und in die Pedale tretende Geschäftsleute sind heutzutage prägend für unsere Stadtbilder. Das Fahrrad hat sich mit Fug und Recht seinen festen Platz in unserer schnelllebigen Gesellschaft erkämpft. Die Gründe dafür sind leicht nachvollziehbar: Wir kommen zeitlich ungebunden von A nach B, können uns schon auf dem Weg zur Arbeit (z. B. mit einem Dienstrad) sportlich betätigen, tun der Umwelt einen Gefallen und können dank Lastenrad und Co. auch mit mehr Gepäck an der frischen Luft unterwegs sein. Was uns so selbstverständlich erscheint, haben wir nur einem Mann zu verdanken. Karl Freiherr von Drais erfand vor über 200 Jahren die erste Version unseres heutigen Fahrrads – die sogenannte Laufmaschine.

Eine Katastrophe, ein Mann, die Erfindung des Fahrrads

Ein Knall und alles änderte sich. So könnte man die Geschichte des Fahrrads wohl zusammenfassen. Als 1815 der indonesische Vulkan Tambora explodierte, wurde es für einen ganzen Sommer dunkel auf der Welt. Die ausgestoßenen Gase beeinflussten die Sonneneinstrahlung so sehr, dass es zu einer schweren Hungersnot kam. Pferde, die zur damaligen Zeit als wichtiges Fortbewegungs- und Transportmittel dienten, wurden geschlachtet oder verhungerten. Eine Lösung musste her – gekommen ist Karl Freiherr von Drais mit dem ersten Fahrrad. Allerdings: Der Antrieb des Rades erfolgte nicht durch das kräftige Treten in die Pedale. Mit den Füßen auf dem Boden musste man sich abstoßen, um ins Rollen zu kommen. Die zwei Räder waren mit einer Holzstange verbunden. Darauf befand sich ein Ledersattel. Der Lenker konnte nur minimal bewegt werden. 22 Kilogramm wog die Laufmaschine des Mannheimers, die 1817 erstmals vorgestellt wurde. Ganze 14 Kilometer in gut einer Stunde soll Drais zurückgelegt haben. Diese Geschwindigkeit der Fortbewegung blieb natürlich nicht unbemerkt. Die Menschen wollten mehr.

Das Fahrrad kommt in Fahrt

Bis man jedoch tatsächlich von der Erfindung des Fahrrads sprechen konnte, sollten noch 50 Jahre vergehen. Erst 1867 erhielt die Laufmaschine ihre ersten Pedale, wenn auch nur an den Vorderrädern. Das Fahrrad, wie wir es heute kennen, eroberte schließlich 1885 als „Rover“ die Welt.
Stetige Weiterentwicklungen gefolgt von Rückschlägen und weiteren Neuerungen sorgen bis heute dafür, dass das Fahrrad das wohl wichtigste Fortbewegungsmittel war und bleibt. Wo uns heutzutage das E-Bike so manchen Muskelkater erspart, ein Klapprad platzsparend in den Kurzurlaub mitgenommen werden kann und Anhänger auch die Kleinsten am Fahrspaß teilhaben lassen, wüssten wir zu gerne, was die Erfindung des Fahrrads heute in 200 Jahren für Auswirkungen auf unseren Alltag hat.

Wer noch tiefer in die Geschichte des Fahrrads eintauchen will, sei ein Besuch in der VELOCIUM – Sächsische Fahrrad-Erlebniswelt ans Herz gelegt.

 

Bildnachweis: freepik.com – @fxquadro
 

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