Tagesausflug mit dem Fahrrad: Dein kleiner Urlaub auf zwei Rädern
Keine Termine, kein Kilometerdruck, kein „Wir müssen aber noch“. Heute spielt dein Fahrrad die Hauptrolle.
Lisa Augustin
Genussbikerin
Zuletzt geändert:31.07.26
:no_upscale())
Sommer, Sonne, freie Zeit – aber gerade kein Urlaub in Sicht? Dann mach dir einfach selbst einen. Für einen kleinen Tapetenwechsel brauchst du weder einen Flug noch ein Hotelzimmer. Manchmal reichen dein Fahrrad, ein freier Tag und die Entscheidung: Heute bin ich auf zwei Rädern unterwegs.
Ein Tagesausflug mit dem Fahrrad kann dich an einen See, ins nächste Café, über einen Alpenpass oder zum Grillfest bei der Familie führen. Wie weit du fährst, ist dabei ziemlich egal. Entscheidend ist, dass du den Tag nicht um deine Radtour herumplanst, sondern ihn der Radtour widmest.
"Ne gute Tagestour erkennst du nicht am Kilometerstand. Sondern daran, dass du unterwegs die Zeit vergisst."
Lisa Augustin
Wann ist eine Fahrradtour eigentlich eine Tagestour?
Eine Tagestour beginnt nicht bei 50, 100 oder 150 Kilometern. Sie beginnt in dem Moment, in dem du dir gezielt Zeit fürs Radfahren nimmst.
Vielleicht bist du nur ein paar Stunden unterwegs. Vielleicht rollst du morgens los und kommst erst abends wieder nach Hause. Du kannst zwischendurch baden gehen, ein Museum besuchen, ausgiebig Kuchen essen oder zwei Stunden an einem See liegen und ein Buch lesen. Hab ich alles schon gemacht – bis auf den Besuch im Museum. ;-)
Der Weg ist das Ziel – und das Ziel darf sich unterwegs auch noch ändern.
:no_upscale())
Du musst nicht 50, 70, 100 oder sogar 200km fahren. Strecke, Höhenmeter, Untergrund, Pausen, Fahrrad – dafür gibt’s keine Regeln.
Aber was Fakt ist: Mit ausreichend Zeit und einer längeren Pause kann auch eine auf den ersten Blick ungewohnt lange Strecke gut funktionieren. Und mit einer guten Ergonomieberatung und dem passenden Sattel tut dir danach der Hintern auch nicht weh.
140 Kilometer für ein Eis? Warum eigentlich nicht!
Ich erzähl dir jetzt mal von meiner schönsten Tagestour. Gut - ich hatte sehr viele schöne Tagestouren. Aber die hier war irgendwie besonders.
Ich bin morgens aufgewacht und hatte Lust, am Bodensee ein Eis zu essen – obwohl der See rund 70 Kilometer entfernt liegt. Nach nem ordentlichen Frühstück und nem Blick in den Wetterbericht gings auch schon los.
Der Plan für den Notfall: „Schatz, ich ruf dich an, wenn ich einen Platten habe.“
Bis dato bin ich noch nie so lang gefahren. Aber ich hatte Bock.
Der Rest? 140 Kilometer, viel Landschaft, jede Menge Zeit für die eigenen Gedanken und am Ende ein Eis am Bodensee. Nicht, weil dort das einzige gute Eis zu finden wäre. Sondern weil es sich großartig anfühlt, aus einer kleinen Idee ein echtes Tagesabenteuer zu machen. Und auch mal Strecken zu erkunden, die man sonst vielleicht nicht fährt.
:no_upscale())
Du musst dafür natürlich keine 140 Kilometer fahren. Dein persönlicher Bodensee kann auch die Eisdiele im nächsten Ort, ein Aussichtspunkt oder ein Café sein, das du schon lange ausprobieren wolltest. Aber vielleicht eben etwas, das minimal außerhalb deiner Komfortzone liegt. Weils einfach Spaß macht, Grenzen zu überwinden.
So planst du deine Tagestour
Ein bisschen Planung macht deine Tagestour entspannter. Digitale Routenplaner wie Komoot und co. helfen dir dabei, eine Strecke passend zu deinem Fahrrad, deiner Erfahrung und deinen Vorstellungen zusammenzustellen.
Du kannst zum Beispiel festlegen:
wie viele Kilometer du ungefähr fahren möchtest
ob du lieber auf Asphalt, Radwegen oder Schotter unterwegs bist
wie viele Höhenmeter du dir zutraust
welche Seen, Cafés oder Aussichtspunkte auf der Strecke liegen
ob du eine Rundtour oder eine Strecke mit Bahnfahrt planst
:no_upscale())
Schau dir dabei nicht nur die Entfernung an. 50 flache Kilometer auf einem gut ausgebauten Radweg können sich völlig anders anfühlen als 50 Kilometer mit vielen Anstiegen, Gegenwind oder losem Untergrund.
Nur eines: Plane dich nicht komplett zu Tode.
Vielleicht hat das Café wegen der Sommerferien geschlossen. Vielleicht führt eine Baustelle zu einem Umweg. Oder du entdeckst einen See, an dem du spontan länger bleiben möchtest.
Tagestouren dürfen auch spontan sein.
Und manchmal passiert auch spontan auf einer Tagestour ein Defekt. Alles schon gehabt. Aber mit etwas Glück ist ein Schlauchomat oder eine Filiale von Little John Bikes in deiner Nähe.
Spontanität ist das wichtigste
Wenn’s nach mir geht.
Eine Tagestour darf ein bisschen unberechenbar sein. Genau das unterscheidet sie schließlich vom Alltag, in dem häufig schon morgens feststeht, wann welcher Termin beginnt.
Bieg ruhig einmal ab, wenn ein Weg interessant aussieht. Mach eine Pause, obwohl sie noch nicht eingeplant war. Fahr langsamer, wenn die Landschaft gerade besonders schön ist.
Und falls du unterwegs feststellst, dass die geplante Strecke heute doch zu lang ist? Dann kürzt du sie eben ab.
Du fährst kein Rennen. Du machst ein kleines Abenteuer. Und Abenteuer kann man nicht planen.
:no_upscale())
Gerade bei einer ungewohnt langen Strecke lohnt es sich, Alternativen einzuplanen. Gibt es unterwegs einen Bahnhof? Kannst du die Runde abkürzen? Gibt es Orte, an denen du deine Trinkflasche auffüllen kannst?
Auch ich hab schon mal bei einer Tagestour den Bahnhof angesteuert. Weil einfach nicht mehr ging. Und bei ner anderen Tagestour bin ich dafür ungeplant 50km extra gefahren.
:no_upscale())
Du willst wissen, ob dein Bike fit für die Tagestour ist?
Wir checken es für dich. Und beraten dich auch gerne noch beim Zubehör für deine nächste Tagestour. Radel einfach in einer Little John Bikes Filiale vorbei.
Ohne Mampf kein Dampf
Bei einer Tagestour darf eines auf keinen Fall fehlen: Essen.
Ein Stück Kuchen, ein Eis, ein Picknick am Wasser oder eine ausgedehnte Pause im Biergarten machen aus einer Radtour erst den richtigen Ausflug. Gleichzeitig solltest du dich nicht komplett darauf verlassen, dass unterwegs jede Gaststätte geöffnet hat.
Pack deshalb eine kleine Grundversorgung ein:
ausreichend Wasser
mehrere kleine Snacks
Obst oder ein belegtes Brot
bei längeren Touren etwas Süßes und etwas Herzhaftes
eventuell ein Getränk mit Kohlenhydraten für zusätzliche Energie
Warte mit dem Essen und Trinken nicht unbedingt, bis du bereits völlig erschöpft oder sehr durstig bist. Regelmäßige kleine Portionen sind unterwegs oft besser als eine einzige riesige Mahlzeit.
:no_upscale())
Viele unterschätzen, wie viel Energie sie während eines langen Tages auf dem Fahrrad benötigen.
Wie viel du konkret brauchst, hängt allerdings von dir, der Strecke, dem Tempo und dem Wetter ab.
"Snacks gehören genauso zur Tourenplanung wie Luft im Reifen. Denn ohne Mampf kein Dampf."
Lisa Augustin
Trinken, bevor der Durst die Tour übernimmt
Auch beim Trinken gilt: lieber regelmäßig als alles auf einmal.
Bei Hitze, Sonne und längeren Anstiegen steigt dein Flüssigkeitsbedarf. Plane deshalb ausreichend Wasser ein und prüfe vorab, wo du deine Flaschen unterwegs auffüllen kannst.
Für eine kurze gemütliche Runde reicht vielleicht eine Flasche. Bei einer langen Sommertour brauchst du deutlich mehr oder regelmäßige Möglichkeiten zum Nachfüllen.
Kopfschmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme können ein Zeichen dafür sein, dass eine längere Pause nötig ist. Hör auf deinen Körper und mach aus der Tagestour keinen Durchhaltewettbewerb.
Fahrradhose, Sattel und Sitzposition
Bei einer ungewohnt langen Tour werden nicht immer zuerst die Beine müde. Manchmal beschwert sich deutlich früher die Sitzfläche.
Die Fahrradhose sollte bei längeren Touren passen. Wichtig ist außerdem, dass Sattel, Lenker und Sitzposition zu dir passen. Ein falsch eingestelltes Fahrrad kann selbst eine landschaftlich traumhafte Tour unnötig anstrengend machen.
Teste neue Kleidung oder Zubehör möglichst vor der großen Runde. Eine 75-Kilometer-Tour ist nicht der beste Moment, um herauszufinden, dass die neue Hose scheuert oder der Sattel nicht zu dir passt.
Bei anhaltenden Beschwerden lohnt sich eine professionelle Ergonomieberatung. Little John Bikes unterstützt dich dabei, dein Fahrrad passend auf dich einzustellen.
„Auf einer Tagestour merkst du oft auch erst, ob dein Equipment wirklich taugt.“
Lisa
Tagestour mit Bahn und Bus
Deine Tour muss nicht direkt vor der Haustür beginnen. Mit dem Zug kannst du deinen Radius deutlich erweitern und ganz neue Regionen entdecken.
Du könntest morgens mit der Bahn zu einem entfernten Startpunkt fahren und anschließend mit dem Fahrrad nach Hause rollen. Oder du erkundest eine Region per Rundtour und steigst am Ende wieder in den Zug.
Das bringt Abwechslung in bekannte Strecken und kann sich schnell wie ein echter Urlaubstag anfühlen. Achte bei deiner Planung darauf, ob du für die Fahrradmitnahme ein zusätzliches Ticket oder eine Reservierung brauchst. Außer in Baden-Württemberg. Da ist die Fahrradmitnahme in regionalen Zügen am Wochenende kostenlos. ;-)
Auch eine feste Unterkunft kann eine gute Basis für mehrere Touren sein. Du reist mit dem Auto oder Zug an, bleibst an einem Ort und startest von dort aus jeden Tag in eine andere Richtung. So wird ein verlängertes Wochenende zum Miniurlaub bei dem man ganz viel von der Welt sieht. Du musst ja nicht immer gleich ne Fahrradreise oder Bikepackingtour draus machen.
Ich reise nur mit leichtem Gepäck und mache Tagestouren. Übernachten im Zelt ist in meinem Alter nix mehr.
Robert Peschke
Mach kein Rennen draus
Eine Tour mit anderen kann besonders schön sein. Solange man auf einander Rücksicht nimmt.
Sprecht vorher darüber, wie ihr fahren möchtet.
Die schnellste Person bestimmt nicht automatisch das Tempo. Eine entspannte Tagestour funktioniert am besten, wenn alle genug Luft für Gespräche, Pausen und spontane Stopps haben.
Fährt eine Person mit E-Bike und eine andere mit einem klassischen Fahrrad, sollte das Tempo nicht automatisch am Motor ausgerichtet werden. Am besten wartet ihr an Abzweigungen und Anstiegen aufeinander und plant die Tour so, dass sich niemand dauerhaft gehetzt fühlt.
Von Kuchenrunde bis Alpenpass:
Deine Tour, deine Regeln.
Eine Tagestour kann ganz unterschiedlich aussehen.
Vielleicht fährst du mit Freundinnen und Freunden zum Kuchenessen. Vielleicht erkundest du gemütlich die Landschaft rund um deinen Wohnort. Vielleicht führt dich deine Strecke Richtung Allgäu oder sogar in die Berge auf einen Pass.
Auch der Weg zum Familiengrillfest kann eine Tagestour sein, wenn du dir bewusst Zeit für die Strecke nimmst und nicht nur möglichst schnell ankommen willst.
Und manchmal endet der Tag nicht zu Hause, sondern auf einem Campingplatz. Auch eine Tour mit anschließender Übernachtung kann sich wie ein kleiner Sommerurlaub anfühlen.
Es gibt kein festes Format. Hauptsache, der Tag gehört dir und deinem Fahrrad.
:no_upscale())
Vorher kurz checken
Funktionieren die Bremsen?
Haben die Reifen genug Luft?
Läuft die Schaltung sauber?
Ist die Beleuchtung einsatzbereit?
Ist beim E-Bike der Akku geladen?
Sitzen Sattel und Lenker bequem?
Hast du Flickzeug, Pumpe und Multitool dabei?
Ist dein Smartphone geladen?
Hast du Sonnen- und Wetterschutz eingepackt?
Bei längeren Touren lohnt es sich außerdem, eine Powerbank und etwas Bargeld mitzunehmen. Nicht jedes kleine Café akzeptiert Kartenzahlung – und Navigation verbraucht unterwegs ordentlich Akku. Oder dein Smartphone.
„Was ich auch immer dabei habe bei Tagestouren? Gummibärchen!“
Lisa Augustin
Little Reminder
Eine Tagestour muss weder lang noch perfekt geplant sein. Sie muss sich auch nicht wie Training anfühlen.
Nimm dir einen freien Tag, such dir eine grobe Richtung und lass genug Platz für spontane Ideen. Fahr zum Eis, zum Kuchen, an einen See, zu deiner Familie oder einfach dorthin, wo du noch nie gewesen bist.
Nimm genug zu essen und zu trinken mit, finde dein Wohlfühltempo und plane Pausen ein. Aber vergiss bei all der Vorbereitung nicht, warum du überhaupt losfährst: weil du einen kleinen Urlaubstag erleben möchtest.
Vielleicht werden es 20 Kilometer. Vielleicht 75. Vielleicht sogar 140. Vielleicht steigst du unterwegs in einen Zug oder bleibst zwei Stunden länger am Wasser.
Ganz egal, wie deine Tour aussieht: An diesem Tag spielt das Fahrrad die Hauptrolle.
Little Aufwand. Riesengefühl. Fast wie Urlaub – nur eben direkt vor deiner Haustür.
Mehr über die Autorin
Lisa Augustin
Genussbikerin
Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.
:no_upscale())