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Radfahren & mentale Gesundheit: Warum dein Kopf draußen oft leichter wird

Radfahren ist keine offizielle Therapie. Aber manchmal ist es genau das, was der Kopf braucht.

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Zuletzt geändert:31.01.26

Doppelregenbogen im Hintergrund und ein Fahrrad im Vordergrund

Wenn der Kopf voll ist und der Körper raus will

Es gibt Phasen, da ist einfach alles zu viel. Termine, Gedanken, To-do-Listen, Verantwortung. Du kennst solche Situationen sicher. Der Geist ist laut, unruhig, voll. Genau dann greife ich oft zum Rad.

Nicht, weil ich muss.
Sondern weil ich weiß: Draußen wird es meistens besser.

Sobald ich losfahre, passiert etwas mit mir. Natur, Licht, Gerüche, Wetter. Sonne, Wind. Und plötzlich ist da Raum im Kopf. Genau deswegen steige ich so gern immer wieder in den Sattel. Denn die Erinnerungen an diese Momente, die den Kopf frei machen, sind unbezahlbar.

"Es gibt Momente auf dem Fahrrad, die ich nie vergessen werde. Weil sie so einzigartig waren."

Lisa

Was Radfahren mental mit mir macht

Manchmal fahre ich los und bin einfach nur bei mir. Gedanken sortieren sich. Dinge, die vorher wirr waren, werden klarer. Neue Ideen kommen. Kreativität entsteht fast nebenbei.

An anderen Tagen brauche ich genau das Gegenteil: Anspruch, Tempo, Fokus. Dann denke ich nicht mehr nach. Beine, Atmung, Strecke. Kein Platz mehr für Alltagsprobleme. Der Kopf wird still, weil ich ihm keinen Raum mehr fürs Gedankenkarrussell gebe.

Beides wirkt. Nur auf eine unterschiedliche Art und Weise.

Locker radeln oder richtig auspowern – beides hat seinen Platz

Ich wähle meine Fahrten je nach mentalem Zustand.

  • Viel Stress, viel Orga im Kopf? Dann hilft mir oft das Auspowern.

  • Gedanken, Probleme, Kreativitätsflaute? Dann lieber ruhig fahren.

Radfahren ist für mich mehr als nur Sport. Es ist ein Werkzeug. Und ich nutze es so, wie mein Kopf es gerade braucht.

Und natürlich musst du für dich herausfinden, wie dir Radfahren am besten weiterhilft. Denn jeder Mensch tickt da ein bisschen anders.

Glückliche Mountainbikerin lächelt in die Kamera

"Beim Radfahren fühle ich mich frei."

Lisa

Was, wenn ich keine Lust auf Radfahren habe?

Ich habe eine Regel: Wenn ich denke, jetzt wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, aber ich hab keine Lust, dann fahre ich trotzdem los.

Ein paar Kilometer ohne Druck. Wenn es danach nicht besser wird, drehe ich um. Fahrrad in die Garage. Fertig. Auch das ist okay. Ist auch schon vorgekommen.

Aber in 99 % der Fälle passiert das Gegenteil: Die Lust kommt beim Fahren. Und ich fühle mich besser.

„Man kann sich immer erst eine Meinung bilden, nachdem man es ausprobiert hat. So ist das auch beim Radfahren.“

Lisa

Was die Forschung dazu sagt

Radfahren ist natürlich kein Wundermittel. Aber die Richtung ist in Studien ziemlich klar: Bewegung hängt mit besserer Stimmung und weniger mentaler Belastung zusammen.

  • Eine Auswertung der The Lancet Psychiatry (über 1 Mio. Menschen) fand: Menschen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität berichteten von weniger „schlechte mentale Tage“ und unter den Aktivitätsarten schnitt u. a. das Radfahren stark positiv ab.

  • Auch für Depressionen gibt es robuste Daten: Meta-Analysen zeigen, dass körperliche Aktivität mit einem niedrigeren Depressionsrisiko zusammenhängt (Dosis-Wirkungs-Beziehung). Das heißt nicht, dass „Radfahren heilt“, aber es ist ein klarer Hinweis auf positive Effekte. Zumindest dann, wenn man eine gewisse Affinität fürs Radfahren hat.

Was heißt das für dich in der Praxis?
Wenn du regelmäßig fährst, ist das nicht nur „Sport“, sondern oft ein stabiler Baustein für Psyche, Stimmung und Alltag.

Rennradfahrerin lächelt in die Kamera unter strahlend blauem Himmel

Radfahren im Alltag kann auch gut tun

Viele denken bei mentaler Gesundheit an „extra Zeit“. Dabei ist der Alltag oft der größte Hebel. Und gestresste Menschen haben oft keine zusätzliche Zeit, was noch mehr für Stress sorgt.

Zum Beispiel der Arbeitsweg mit dem Citybike: Studien zu aktivem Pendeln zeigen, dass Radpendeln mit besserem mentalen Outcome verbunden sein kann – bis hin zu weniger Verschreibungen von Antidepressiva/Anxiolytika in Beobachtungsdaten.

Und in großen Kohorten-Analysen wurde aktives Pendeln (inkl. Rad) mit niedrigeren Risiken für Depression und Angst in Verbindung gebracht.

Heißt: Wenn du es schaffst, Fahrradfahren in deinen Alltag einzubauen (zur Arbeit, Erledigungen, als Auto-Ersatz), bekommst du die Effekte „for free“ – ohne dass du extra Motivation für eine Trainingssession brauchst.

Warum das auch körperlich im Kopf ankommt (Gehirn, Herz, Kreislauf)

Radfahren ist Ausdauersport. Und Ausdaueraktivitäten wirken nicht nur auf Beine, sondern auch auf Herz und Kreislauf. Ein stabiler Kreislauf, bessere Durchblutung und regelmäßige Aktivität sind Basics, die viele unterschätzen – gerade, wenn der Stress hoch ist.

Und ja: Viele spüren dabei diesen „helleren“ Kopf. Umgangssprachlich nennen wir das gern Glückshormone. Wissenschaftlich ist das komplexer (Botenstoffe, Stresssysteme, Schlaf, Selbstwirksamkeit). Aber unterm Strich: Bewegung kann die Stimmung verbessern. Also geh raus und hab Spaß.

„Radfahren bringt mir mental nichts“ – wirklich?

Wenn jemand sagt: „Bringt mir nix“, stelle ich oft eine einfache Frage:
Was ist das Schlimmste, das passieren kann?

Meistens ist die Antwort: „Dass es keinen Spaß macht.“
Und das ist ein Risiko, das man testen kann.

Man muss nicht mit anderen fahren. Man muss keine Leistung bringen. Wenn’s heute nicht geht, geht’s heute nicht. Punkt.

Natürlich will ich nicht jeden zum Radfahren bekehren. Aber wenn du ein Fahrrad hast und in der Vergangenheit schon gerne Fahrrad gefahren bist, dann lohnt es sich, einer kleinen Radtour ne Chance zu geben. In guten wie in schlechten Zeiten.

Umgebung macht einen riesigen Unterschied

Wenn ich mental runterkommen will, meide ich die Stadt. Verkehr, Lärm, Hektik – das stresst mich eher.

Was mir guttut:

  • Waldstrecken

  • Wege entlang von Flüssen

  • weite Landschaften

  • Berge und Ausblicke

Radfahrerin schaut in die Landschaft - schöne Naturkulisse

Und dann gibt es noch etwas, das viele unterschätzen: Windschattenmeditation. Hinterherfahren, Fokus auf den Vordermann, Rhythmus, Beinarbeit – das ist für mich extrem beruhigend.

Für mich heißt Radfahren Freiheit. Weil ich viel von der Welt sehe. Weil ich flexibel bin. Weil ich nicht (immer) auf einen kleinen Radius beschränkt bin.

Ich komme weiter. Mit dem Fahrrad – und oft auch im Kopf.

Little Reminder:

  • Du musst nicht immer motiviert sein

  • Du darfst umdrehen

  • Du darfst langsam fahren

  • Du darfst allein fahren

  • Du darfst einfach nur raus

Radfahren löst nicht alle Probleme.
Aber es schafft Raum. Und manchmal reicht genau das aus.

Mehr über die Autorin

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.


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