Welche Pedale am Gravelbike?
Flat oder Klick? Die ehrliche Antwort: Beides hat seine Momente – und ja, ich hab beide schon erlebt.
Lisa Augustin
Genussbikerin
Zuletzt geändert:17.03.26
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Wenn du neu im Gravelbike-Game bist, landest du früher oder später bei genau dieser Frage:
Welche Fahrradpedale passen eigentlich zu mir und meinem Gravelbike?
Gerade beim Graveln verschwimmen die Grenzen ein bisschen. Du bewegst dich irgendwo zwischen Rennrad, Mountainbike und Alltag – und genau deshalb gibt es nicht die eine perfekte Lösung.
Ich stand am Anfang vor genau der gleichen Entscheidung. Flatpedale? Klickpedale? Und wenn Klick – welches System überhaupt?
"Die Angst vorm Umfallen ist total normal – aber sie ist meistens schneller weg, als man denkt."
Lisa Augustin
Heute sehe ich das Ganze deutlich entspannter. Und genau diese Perspektive bekommst du hier.
Flatpedale vs. Klickpedale
Am Ende entscheidest du dich zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Pedalsystemen. Flatpedale oder Klickpedale.
Plattformpedale (Flatpedale) bieten dir maximale Freiheit.
Du steigst einfach auf dein Fahrrad und fährst los. Gerade im Alltag oder bei kurzen Strecken ist das extrem angenehm. Gute Modelle haben ordentlich Grip und eine große Kontaktfläche, sodass dein Fuß stabil auf dem Pedal steht. Aber natürlich sollte deine Schuhsohle auch dazu passen. Richtig krasse MTB-Flat-Pedals mit Birkenstocks funktionieren nicht.
Klickpedale dagegen arbeiten mit einem Klickmechanismus. Über sogenannte Cleats, die unter deinen Schuhen montiert sind, verbindest du dich mit dem Pedal. Du brauchst also auch spezielle Schuhe dafür.
Der große Vorteil:
bessere Kraftübertragung
gleichmäßiger Tritt
mehr Effizienz auf längeren Strecken

"Sobald man ein bisschen sportlicher fährt, merkt man den Unterschied bei Klickpedalen ziemlich schnell."
Lisa Augustin
Das Fahrerlebnis wird dadurch oft deutlich direkter.
Welche Klicksysteme gibt es?
Gerade am Anfang können einen die verschiedenen Klicksysteme leicht überfordern. Aber du musst dir jetzt nicht alle der knapp 10 verschiedenen Klicksysteme fürs Fahrrad anschauen.
Im Gravelbereich haben sich vor allem MTB-basierte Systeme durchgesetzt:
Shimano SPD → der Klassiker, robust, langlebig, super Allrounder, stark verbreitet
Crankbrothers → leichter Einstieg, sehr gut bei Schmutz
Rennradpedale hingegen sind eher für den reinen Straßeneinsatz gedacht. Sie bieten zwar eine größere Auflagefläche und damit viel Stabilität, sind aber im Gelände oder beim Laufen deutlich unpraktischer.
"Ich fahre auf fast allen Bikes SPD (sogar auf dem Rennrad) – einfach, weil ich so ein System für alles habe."
Lisa Augustin
Gerade wenn du auch mal ein paar Meter laufen willst, sind MTB-Schuhe mit versenkten Cleats und griffiger Sohle klar im Vorteil gegenüber klassischen Rennradschuhen.
Und SPD-Pedale gibt’s übrigens auch total ergonomisch von SQlab. 

Wann Klickpedale richtig Sinn machen
Sobald du sportlicher unterwegs bist, zeigen Klickpedale ihren echten Vorteil.
Du trittst gleichmäßiger, nutzt deine Kraft effizienter und hast eine stabilere Verbindung zum Pedal. Gerade beim Graveln auf längeren Touren macht das einen spürbaren Unterschied.
Die Sache mit dem Umfallen (reden wir kurz drüber)
Wenn du bei Klickpedalen innerlich zögerst, liegt das oft an einem Gedanken:
Was, wenn ich nicht rechtzeitig rauskomme?
Und ja – das kann am Anfang passieren.
Bei mir war’s direkt bei der ersten richtigen Fahrt. Kurz unaufmerksam, angehalten… uuuund umgekippt. Natürlich direkt vor einer Bushaltestelle, an der lauter Schüler standen. Hat nur ganz kurz an meinem Ego gekratzt. Sonst ist aber nichts passiert.
„Irgendwann ist das wie Schalten beim Autofahren – du machst es einfach automatisch.“
Lisa Augustin
Genau das passiert nämlich ziemlich schnell. Nach ein paar Fahrten läuft das Ausklicken einfach im Hintergrund.
Wann Flatpedale einfach besser passen
Flatpedale spielen ihre Stärke immer dann aus, wenn du flexibel bleiben willst.
Im Alltag, auf kurzen Strecken oder wenn du häufig anhalten musst, sind sie einfach unkompliziert. Kein Umdenken, kein spezielles Setup – du steigst aufs Fahrrad und fährst los. Und du musst auf dem Arbeitsweg mit dem Fahrrad kein zweites paar Schuhe mitschleppen.
Vielleicht fühlst du dich auch in bestimmten Regionen sicherer damit. Zum Beispiel auf Trails.
Ich selbst fahre im Bikepark bewusst Plattformpedale, weil ich mich damit einfach sicherer fühle. Und genau darum geht’s am Ende: dein Gefühl auf dem Bike.
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Und wenn du noch ganz am Anfang stehst …
Vielleicht bist du gerade gar nicht nur bei den Pedalen unsicher, sondern noch einen Schritt früher:
Welches Gravelbike passt überhaupt zu mir?
Dann lohnt sich ein Blick ins Gravelland von Little John Bikes. Dort dreht sich alles ums Graveln – vom passenden Bike über das richtige Setup bis hin zu genau solchen Fragen wie Pedalen, Schuhen oder Fahrstil.
Am 16. April gibt’s dort auch ein Eröffnungsevent. Du bist herzlich eingeladen!
Ein bisschen Technik gehört auch dazu
Ein gutes Pedal erkennt man nicht nur am System, sondern auch an den Details.
Die Auslösehärte zum Beispiel kannst du bei vielen Klickpedalen einstellen – gerade am Anfang darf sie wirklich gering sein. Auch die Kontaktfläche und die Plattform rund um den Klickmechanismus sorgen für mehr Stabilität.
Dann die Schrauben am Cleat: Die sollten gut angezogen werden. Sonst liegst du irgendwann im Wald neben deinem Gravelbike wie ein Maikäfer auf dem Rücken und versuchst, aus deinen Cleats rauszukommen, weil du ne Schraube locker hast. Ja, das ist mir auch schon passiert. Drum musst du das nicht nachmachen.

Beim Graveln spielt außerdem Schmutz eine Rolle. Systeme wie SPD oder Crankbrothers funktionieren auch dann noch zuverlässig, wenn es mal nass oder dreckig wird.
Und ja, auch Themen wie Gewicht, Materialien, Wattmesser oder Titanachse gibt es – aber das ist eher relevant, wenn du wirklich ins Detail gehen willst.
Kombipedale - vielleicht dein Gamechanger?
Wenn du dich noch nicht festlegen willst, sind Kombipedale eine richtig gute Lösung.
Eine Seite Plattform, eine Seite Klick – du entscheidest je nach Einsatz. Gerade für Einsteiger oder als Allround-Setup funktioniert das erstaunlich gut.
"Ich fahre Kombipedale gerne im Winter. Dann hab ich mehr Sicherheit und es ist egal, wenn Schnee unter die Cleats kommt."
Lisa Augustin

Little Reminder
Du musst dich nicht sofort festlegen.
Flatpedale sind kein „Anfänger-Ding“.
Klickpedale kein Muss.
Am Ende zählt nur eins:
Dass du dich auf deinem Fahrrad sicher fühlst – und Spaß hast.
Und genau das findest du meistens nicht auf dem Papier – sondern beim Fahren.
"Probier einfach aus, womit du dich wohler fühlst."
Lisa Augustin
Mehr über die Autorin
Lisa Augustin
Genussbikerin
Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.
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