E-Bike fahren lernen
Warum ein bisschen Fahrtechnik dein Leben leichter macht...
(und deine Bremsen länger leben)
Lisa Augustin
Genussbikerin
Zuletzt geändert:04.02.26
:no_upscale())
E‑Bike gekauft, Helm aufgesetzt, Motor an und los geht’s – oder? Naja… nicht ganz. Wer schon mal mit einem Pedelec mit 25 Kilo Gewicht einen steilen Berg runtergebremst hat, weiß: Das Ding fährt sich nicht wie das alte Stadtrad von Oma. Darum empfehlen wir dir, ein paar Basics zu lernen. So hast du mehr Sicherheit im Straßenverkehr, weniger Panikbremsungen und maximalen Fahrspaß.
Wir haben dir mal ein paar “Fehler” zusammengetragen, die wir immer wieder beobachten. Nimm’s bitte mit Humor und fühl dich nicht persönlich angegriffen – denn es ist noch kein Profi vom Himmel gefallen. 
Fehler Nr. 1: Bremsen wie ein Neandertaler
Die Bremsen am E-Bike sind stark. Sie müssen ja auch einiges an Gewicht herunterbremsen. Wer aus Schreck eine Vollbremsung macht, kann auch gerne mal einen Abflug machen. Und dann gibt’s auch das andere Extrem: Dauerbremser, die mit glühend heißen Bremsen am Ende der Strecke stehen. Im Worst-Case sind die Bremsen verglast und tun nichts mehr. Wir wechseln dir gerne die Bremsbeläge im Service – aber am liebsten eben dann, wenn du dein Fahrrad auch richtig beansprucht hast.
Eine kleine Übung für dich: Such dir einen leeren Parkplatz und schieb dein Fahrrad neben dir her mit gedrückter Bremse: erst nur mit der Hinterradbremse, dann vorne, dann beides zusammen. Und wenn du das gemacht hast, kannst du auch im Fahren deine Bremsen besser kennenlernen.
Übe bei moderater Geschwindigkeit und denk dran: Bremsen ist eine Technik – kein Kraftakt. Fühle, wie dein Fahrrad reagiert, wenn du mit Gefühl bremst.

"Das Mehrgewicht vom E-Bike verändert Bremsweg, Kurvengefühl und Balance. Wer vorher bewusst übt, fühlt sich schneller sicher und startet kontrolliert ins Gelände."
Berni, Fahrtechniktrainer
Fehler Nr. 2: Sitzhaltung „Schaufensterpuppe“
Viele E‑Biker fahren viel zu passiv, weil das E-Bike ja schon einiges an Arbeit abnimmt: schön aufrecht, null Bewegung, null Agilität. Blöd nur, wenn plötzlich ein Schlagloch oder ein Fußgänger auftaucht.
Eine kleine Übung für dich: Such dir einen leeren Parkplatz. Fahr kleine Slaloms (z.B. mit Wasserflaschen) mit unterschiedlichen Unterstützungsstufen. Beim langsamen Anfahren oder in Kurven merkst du, wie wichtig es ist, sich leicht zu bewegen und nicht wie ein Stein auf dem Rad zu sitzen. Wenn du etwas fortgeschrittener bist, dann kannst du dich auch an einer Trackstand-Challenge probieren. Aber am besten auf weichem Untergrund wie Rasen.

Fehler Nr. 3: Ergonomie? Noch nie gehört
„Wird schon passen“ ist keine Strategie für sicheres Radfahren. Wer mit falscher Rahmengröße oder einem Sofa-Sattel fährt, hat schnell Knieaua, Rückenschmerzen oder Sitzschmerzen beim Radfahren. Und ganz ehrlich: Wenn Radfahren sich nicht gut anfühlt, machts auch keinen Spaß. Und man geht vielleicht auch ein unnötiges Risiko ein.
:no_upscale())
Bonus: Fahrtechniktraining ist wie ein Fahrsicherheitstraining fürs Auto
Klar, man kann sich alles irgendwie selbst beibringen. Aber mal ehrlich: Fast jeder macht ein Fahrsicherheitstraining fürs Auto – warum nicht auch fürs E‑Bike?
Hier bieten sogar Organisationen wie die Verkehrswacht oder die Kreisverkehrswacht spezielle Fahrtrainings an. In solchen Kursen üben die Teilnehmer unter Anleitung den sicheren Umgang mit ihrem E‑Bike: von richtigem Anfahren, Bremsen, Kurvenfahren bis hin zum Verhalten im Straßenverkehr. Alternativ gibt’s auch viele Bike-Schulen und Fahrtechniktrainer, die neben Gruppenkursen auch individuelle Einzeltrainings anbieten.

"Ich habe schon mehrere Fahrtechniktrainings hinter mir und lerne jedes Mal dazu."
Lisa Augustin
Weil du uns am Herzen liegst.
Ein Sicherheitstraining hilft nicht nur Anfängern. Selbst wer schon lange Fahrrad fährt, unterschätzt oft die Motorunterstützung und das höhere Gewicht eines Pedelecs. Und man lernt ja bekanntlich nie aus. In Fitnessstudios ist es auch hilfreich, gelegentlich den Trainer bei der Übungsausführung drüberschauen zu lassen. Wieso also nicht auch beim Radfahren?
Alltagsfalle Nr. 1: Stadtverkehr
Übrigens: Die meisten E‑Bike-Unfälle passieren nicht im Wald auf schwierigen Trails oder bei hoher Geschwindigkeit. Sie passieren im Alltag: in der Innenstadt, beim Abbiegen oder wenn plötzlich ein Fußgänger aus dem Nichts auftaucht.
Laut einer Studie des BASt ereignen sich rund 30 % der Pedelec-Unfälle beim Anfahren oder im Stand – oft durch Balanceprobleme. Dazu kommt: Zahlreiche Unfälle passieren bei niedriger Geschwindigkeit, nicht erst bei Tempo 25 km/h. Heißt: Wer sicheres Anfahren übt und den Umgang mit der Motorunterstützung beherrscht, verhindert genau diese typischen Anfänger-Fallen.
"Immer aufmerksam fahren, Helm tragen – auch wenn’s nur zum Bäcker geht. Und Finger weg vom Tacho während der Fahrt. Eine Katze, ein anderer Radfahrer oder ein Autofahrer kann jederzeit ums Eck kommen."
Lisa Augustin
Little Reminder: Training hat noch niemandem geschadet
E‑Bike fahren ist kein Hexenwerk. Aber wer die Basics draufhat, bremst sicherer, fährt entspannter und hat mehr Spaß.
Denn mal ehrlich: Lieber einmal eine Teilnahme an einem Sicherheitstraining, als später mit kaputten Bremsen und schmerzenden Knien jammern, oder?

Mehr über die Autorin
Lisa Augustin
Genussbikerin
Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.

:no_upscale())